Auf dem Weg zur Vereinsgründung
v.l: Sabine Goetschi; Felix Müller; Renate Läderach; Nicola Ciccone; Benny Allemann; Theres Hösli; Grischa Ruprecht; Urs Hösli
Suhr | 06.10.2024
Die Kerngruppe
Peter Dietiker, Simone Mayer, Beat Rüetschi und Hans Huber, die Kerngruppe des sich in der Gründungsphase befindenden Vereins «zäme in Suhr», stellte die Idee und den Zweck vor einigen Wochen in einem kleinen Kreis vor. Diese fand Anklang, denn bereits kurze Zeit später haben sich spontan acht Einwohner:innen bereiterklärt, bei den weiteren Schritten zur Vereinsgründung vom 10. März 2025 aktiv mitzuwirken. Am Forum vom 27. August 2024 wurde die Vereinsidee einem grösseren Publikum vorgestellt, und in der SuhrPlus September-Ausgabe konnten die Eck- punkte vertieft erläutert werden. Seither läuft die Mitgliederwerbung. Bereits können Erstinformationen auf der Homepage (zi-suhr.ch) aufgerufen werden.
Um die erweiterte Kerngruppe etwas besser kennenzulernen, stellen wir sie mittels drei Kurzfragen vor.
- Wie erlebst du die Generationen in deinem Wohnquartier?
- Wo siehst du Bedürfnisse der älteren Bevölkerung?
- Was motiviert dich für einen ehrenamtlichen Einsatz?
Und hier die Antworten:
Renate Läderach
Garbenweg 6, Geschäftsinhaberin Unikat Design, Tramstrasse 23, Suhr
Wie erlebst du die Generationen in deinem Wohnquartier?
«Im Schmittegass-Quartier leben zurzeit verschiedene Generationen. Es ist jedoch ein intensiver Wechsel von der älteren Generation zu der jüngeren Generation im Gange. Der Kontakt zwischen den Generationen wäre ausbaufähig.»
Wo siehst du Bedürfnisse der älteren Bevölkerung?
«Die ältere Bevölkerung will solange es geht in ihren eigenen vier Wänden, also in ihrem Haus oder ihrer Wohnung bleiben und deshalb erst in einem höheren Alter in ein Alters- respektive Pflegeheim umziehen.»
Was motiviert dich für einen ehrenamtlichen Einsatz?
«Mir ist das gute Zusammenleben zwischen Alt und Jung in der Gemeinde wichtig; daher möchte ich mit meinem Engagement in diesem Verein dazu beitragen, dass sich ALLE hier wohlfühlen und die Menschen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Was ich mir dann auch später für mich erhoffe.»
Grischa Ruprecht
Masterstudent ETH Energie und Leistungselektronik, Quartier Feld
Wie erlebst du die Generationen in deinem Wohnquartier?
«Ich erlebe mein Quartier als sehr vielfältig und spannend. Es gibt sowohl ältere Menschen, die schon lange hier wohnen, als auch Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter sowie junge Paare. Dadurch entsteht eine interessante Mischung aus Ruhe und Lebendigkeit. Die älteren Nachbarn sind oft sehr freundlich und strahlen eine gewisse Gelassenheit aus, die angenehm wirkt. Gleichzeitig bringen die jüngeren Familien mehr Dynamik ins Quartier, vor allem durch die Kinder, die draussen, zum Beispiel auf dem Spielplatz in der Nähe spielen und die Atmosphäre auflockern.»
Wo siehst du Bedürfnisse der älteren Bevölkerung?
«Ich sehe die verschiedenen Bedürfnisse der älteren Menschen in dem Wunsch zusammengefasst, ihre Selbstständigkeit zu bewahren. Dieses Bedürfnis entsteht oft, wenn sie merken, dass manche Hand- griffe und Abläufe im Alltag nicht mehr so einfach funktionieren wie früher. Die Selbstständigkeit zu bewahren, wird ebenfalls oft dann ein Thema, wenn der Lebenspartner oder die Lebenspartnerin stirbt und die verbleibende Person nun die Aufgaben übernehmen muss, die vorher der Partner oder die Partnerin erledigt hat.»
Was motiviert dich für einen ehrenamtlichen Einsatz?
«Ich bin für einen ehrenamtlichen Einsatz motiviert, weil ein Verein, wie «zäme in Suhr» verschiedene Funktionen erfüllen kann: Einerseits stärkt er die soziale Einbindung der älteren Bevölkerung und fördert den Austausch zwischen den Generationen. Andererseits hat er das Potenzial, niederschwellige Unterstützung zu leisten, die es der älteren Bevölkerung ermöglicht, ihre Selbstständigkeit länger zu bewahren.»
Felix Müller
Garbenweg 6, Revisor an den Familiengerichten Brugg und Zurzach
Wie erlebst du die Generationen in deinem Wohnquartier?
«Ich bin in Suhr aufgewachsen und seit 2011 in meinem Elternhaus wieder in Suhr wohnhaft. Der Generationenwechsel hat unterdessen teilweise stattgefunden. Der Kontakt zwischen den Generationen müsste noch verstärkt gefördert werden.»
Wo siehst du Bedürfnisse der älteren Bevölkerung?
«Die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung decken sich mit den Gründen zur Vereinsgründung.»
Was motiviert dich für einen ehrenamtlichen Einsatz?
Mit meinem ehrenamtlichen Einsatz möchte ich einerseits den Vereinszweck realisieren und andererseits zu einem späteren Zeitpunkt die Dienstleistungen des Vereins selbst in Anspruch nehme
Urs Hösli
Selbständiger Baudienstleiter, Stapfenackerquartier
Theres Hösli
Hausfrau, Stapfenackerquartier
Wie erlebst du die Generationen in deinem Wohnquartier?
Urs Hösli: «In unserem Quartier sind Per- sonen von 0–96 Jahre wohnhaft. Jüngere helfen Älteren mit Einkaufen / Rasenmähen und bei Ferienabwesenheit, wie es sein soll.»
Theres Hösli: «Wir haben hier eine gute Verflechtung von Jung und Alt, denn man kennt sich, hilft einander, was in einem Einfamilienhaus-Quartier sicher viel einfacher ist.»
Wo siehst du Bedürfnisse der älteren Bevölkerung?
Urs Hösli: «Das Bedürfnis von älteren Menschen ist möglichst lange selbständig zu Hause wohnen zu können. Mit steigender Mobilität und steigender Technologisierung (Handy/PC, usw.) eher problematisch für ganz alte Leute.»
Theres Hösli: «Eine gute Information ist wichtig, denn die älteren Einwohner:innen sind
meist noch aktiv am Gemeindeleben interessiert. Aber die Informationen sollten nicht nur über die neuen Medien erfolgen. Das Suhr Plus ist da super, es wird gerne gelesen.»
Was motiviert dich für einen ehrenamtlichen Einsatz?
Urs Hösli: «Ich bin bald 40 Jahre in Vereinen oder andern Vereinigungen tätig. Wer etwas kann, sei es mit Zeit / Beruf, soll für andere da sein, die das nicht können oder wollen. Je länger, je mehr wollen die Leute für ihr Engagement bezahlt werden. Es sind immer dieselben, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen.»
Theres Hösli : «Ich engagiere mich bereits im Besuchsdienst «Zeit schenken» und kann mir gut vorstellen, auf bei «zäme in Suhr» meine Zeit bei passender Gelegenheit einzusetzen.»
Benny Allemann
Pensioniert, früher in verschiedenen Branchen und Funktionen in der Industrie tätig, Bachstrasse beim Waldhof
Wie erlebst du die Generationen in deinem Wohnquartier?
«Das Leben in der Bachstrasse zeigt die unterschiedlichen Generationen. Jede Generation hat ihre Zeit (und Geschwindigkeit): Am frühen Morgen diejenigen, die zur Arbeit gehen, was dann übergeht zur Generation, die meist fröhlich zur Schule geht und dann die älteren Menschen, die einkaufen und spazieren gehen – und am Nachmittag wieder umgekehrt.»
Wo siehst du Bedürfnisse der älteren Bevölkerung?
«Die Bedürfnisse der älteren Generation sehe ich im Erhalt jeglicher Selbständigkeit bei akzeptabler bis guter Gesundheit. Der Möglichkeit, etwas zu unternehmen und der aktiven Teilnahme am sozialen Leben. Je älter eine Person ist, desto eher wünscht sie sich Unterstützung mit respektvollem Umgang.»
Was motiviert dich für einen ehrenamtlichen Einsatz?
«Aus Freude an sozialen Kontakten habe ich mich für diese Gruppe gemeldet. Die Motivation zum Mitmachen sind die vielen positiven Treffen und Gespräche mit anderen Menschen. Nicht zuletzt auch die sichtbare Freude, wenn ich etwas Positives mit jemandem erleben konnte.»
Nicola Ciccone
Projektleiter / Dipl. Feldquartier
Wie erlebst du die Generationen in deinem Wohnquartier?
«Ich beobachte, dass es im Feldquartier Menschen aller Altersklassen hat. Kinder spielen im Quartier, Ältere spazieren oder führen ihren Hund aus. Berufstätige sind oft sehr sportlich mit dem Fahrrad unterwegs.»
Wo siehst du Bedürfnisse der älteren Bevölkerung?
«Ich vermute, dass es der älteren Bevölkerung wichtig ist, sich unkompliziert im öffentlichen Raum auf einen Schwatz zu treffen. Oft kann ich beobachten, dass ältere Personen auf dem Trottoir in ein Gespräch vertieft sind und meines Erachtens durch Velos, Autos, Bus und spielende Kinder gestört werden.»
Was motiviert dich für einen ehrenamtlichen Einsatz?
«Auch ich werde älter und freue mich, wenn ich in Zukunft von engagierten Menschen profitieren kann.»
Sabine Goetschi
Leiterin Hauswirtschaft Pflegezentrum Lindenfeld, Quartier Schmittegasse
Wie erlebst du die Generationen in deinem Wohnquartier?
«In meiner unmittelbaren Nachbarschaft leben hauptsächlich Familien mit Schulkindern oder älteren Kindern. Es gibt nur sehr wenig sehr alte und bedürftige Menschen. Es herrscht eine gute Atmosphäre unter den verschiedenen Generationen. Man kennt sich, hält ein Schwätzchen und ist – vor allem bei Ferienabwesenheiten – bei kleineren Anliegen gerne und unkompliziert füreinander da.»
Wo siehst du Bedürfnisse der älteren Bevölkerung?
«Mit Aufmerksamkeit und einem offenen Ohr sowie kleinen Handreichungen können schon viele Bedürfnisse der älteren Bevölkerung erfüllt werden. Zeit schenken, Begleitung zu Terminen oder kulturellen Anlässen, handwerkliche Unterstützung oder gemeinsames Essen und vieles mehr werden dankend angenommen, sofern das Geben von Herzen und vorbehaltlos kommt.»
Was motiviert dich für einen ehrenamtlichen Einsatz?
«Einen grossen Teil meiner Arbeit – sowohl jetzt im Lindenfeld als auch viele Jahre zuvor in der Gastronomie – verbringe ich mit dem Erfüllen von Wünschen und dem Erkennen von Bedürfnissen. Ich liebe es mit verschiedenen Generationen und Kulturen zusammen zu arbeiten. Das Projekt Socius durfte ich am Rande mit- verfolgen und ich bin begeistert, was daraus entstanden ist. Der Verein «zäme in Suhr» und seine Mitglieder können sehr viel Gutes bewirken und bei allen Generationen das «Wir-Verständnis» fördern. Deshalb möchte ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten für den Verein und seine Ziele einsetzen.»
Lassen Sie sich inspirieren und machen Sie doch auch mit im Verein «zäme-in-Suhr»
Wir freuen uns auf Sie!