Jungseniorenapéro
Suhr | 24.06.2025
Mit 60 Jahren, da fängt das Leben an…
Doris Tanner, Bilder Benny Allemann | Im März 2025 wurde der Verein «zäme in Suhr» gegründet. Bereits wurden Anlässe wie das 1. Altersforum durchgeführt. Am 06.06.2025 stand der erste Jungseniorenapéro auf dem Programm. Eine der Aufgaben des Vereins sind Angebote für spezifische Altersgruppen in der Suhrer Bevölkerung. Damit soll das Ziel erreicht werden, sich auszutauschen, sich zu vernetzen, und sich vielleicht auch aktiv am Suhrer Leben zu beteiligen und einzubringen. Eingeladen waren alle Suhrer Einwohner, die in diesem Jahr 60 Jahre alt werden und damit möglicherweise an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt stehen.
Und es wurde ein vergnüglicher kleiner und feiner Anlass. Bei launischem Juni-Wetter trafen sich 22 Jungseniorinnen und Jungsenioren zu einem kleinen Apéro im Museum Suhr, das den richtigen Rahmen bot für die Zusammenkunft. Nach der Begrüssung und einer kurzen Vorstellung des Vereins durch Grischa Ruprecht begegneten sich die Anwesenden in lockeren Gruppen bei einem Glas Wein und feinen Apéro-Häppchen, unterstützt vom Pflegezentrum Lindenfeld. Bei Gesprächen auf einem Rundgang zeigte sich eine grosse Vielfalt von Themen, von lokalen Ereignissen bis zum aktuellen Zustand der Welt, aber auch persönliche Fragen, wie z.B. der Übergang in einen neuen Lebensabschnitt, der alle Anwesenden betraf. Hier offenbarte sich eine grosse Bandbreite von Lebenszuständen. Einige Teilnehmende waren noch voll im Arbeitsprozess aktiv, inklusive der Übernahme von neuen Funktionen, andere haben das aktive Arbeitsleben bereits verlassen oder die Arbeitszeit reduziert.

Diese Vielfalt zeigt sich auch in den Aussagen von Teilnehmenden:
Rosa M. hat sich für den Anlass angemeldet, um Kontakte zu knüpfen. Sie wohnt seit einigen Jahren in Suhr und arbeitet Vollzeit im Spital, was ein geregeltes Vereins- und Privatleben etwas schwierig macht. Sie könnte sich vorstellen, im Verein auch im Rahmen der Nachbarschaftshilfe Spaziergänge mit anderen Alleinstehenden zu unternehmen, und sie plant auch die Teilnahme an Vereinsanlässen, wenn es ihr möglich ist.
Bereits seit vielen Jahrzenten in Suhr ansässig ist Peter L. Der Geschäftsmann ist beruflich und privat sehr aktiv in Suhr unterwegs, aber auch ihn beschäftigen die kommenden Jahre. Sich auch nach der Pensionierung in Suhr einzubringen ist für ihn jetzt schon klar.
In einer ganz anderen Lebenssituation ist George M. Er kommt ursprünglich aus Indien, ist seit über 20 Jahren in der Schweiz und fühlt sich in Suhr zuhause. Seine Familie bringt sich seit vielen Jahren in der Kirche ein, ein Engagement, das für ihn sehr wichtig ist, nachdem er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr am Arbeitsprozess teilnehmen kann. In diesem Sinne möchte er auch im Rahmen seiner Möglichkeiten im Verein seinen Beitrag leisten, z.B. mit Kochen an Anlässen.
Für Yolanda R. sind der Anlass und der Verein eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und Menschen kennenzulernen. Sie interessiert sich sehr für den Menschen. Eventuell ergibt sich für sie eine Möglichkeit, in der Nachbarschaftshilfe mitzumachen. Durch gesundheitliche Probleme hat sie gelernt, wie wichtig es auch ist, Hilfe anzunehmen.
Immer noch voll engagiert und begeistert von seiner Arbeit als Techniker für Kühlanlagen ist Paramby Antony J.. Er kommt ursprünglich aus Indien und ist seit vielen Jahren mit seiner Familie in Suhr heimisch, wie er sagt. Sein Wissen um Lebensmittel-Herstellung und
-Lagerung hat die kleine Gruppe am Bistro-Tischli sehr interessiert. So ein Austausch kann also auch eine Horizont-Erweiterung bringen.

In einer ganz anderen Ausgangslage ist Felix L. Er wohnt seit seiner Kindheit in Suhr. Durch seine eingeschränkte Mobilität ist er nicht mehr so flexibel und muss sein Privat- und Arbeitsleben seinen Möglichkeiten entsprechend anpassen. Trotzdem bemüht er sich, aktiv am Gemeinde- und Vereinsgeschehen teilzunehmen, und er freut sich auf weitere Anlässe des Vereins «zäme in Suhr». Es ist ihm ein Anliegen, dass Menschen zusammenkommen und sich durch ein Lächeln eine gute Zeit schenken.
Es ist erstaunlich, wie schnell sich Menschen zusammenfinden, wenn man ihnen ein Gefäss bietet. Schon nach kurzer Zeit waren intensive Gespräche im Gang und auf ganz natürliche Weise wurde die Du-Kultur eingeführt. Die Teilnehmenden empfanden den Anlass als harmonisch und bereichernd. Das zeigte sich auch beim Abschied, viele der Anwesenden machten sich mit einem Lächeln auf den Heimweg.